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Diplomarbeit:

Die Entwicklung der Wolfsschlucht in der Märkischen Schweiz (Ostbrandenburg)

Project Information


Digitales Geländemodell von der Wolfsschlucht
und deren Schwemmfächer


Südlicher Schwemmfächerrand mit freigelegten mittelalterlich-neuzeitlichen
Boden-Sedimentfolgen

Betreuung:
Prof. Dr. Hans-Rudolf Bork (Ökologie-Zentrum, Universität Kiel)

Laufzeit:
1997 bis 1998

Finanzierung:
Zentrum für Agrar- und Landnutzungsforschung (ZALF e.V.) Müncheberg

Zusammenfassung

Am Rand des Buckower Kessels in der Märkischen Schweiz sind zahlreiche Kerben vermutlich holozäner Formung eingeschnitten.
Untersucht wurde die 250 m lange Wolfsschlucht am nördlichen Rand des Kleinen Tornowsees. Im Schwemmfächer, der eine Fläche von 6000 bis 8000 m² einnimmt, wurden insgesamt fünf komplexe Sediment-Bodenfolgen auf einer Länge von bis zu 16 m und einer Tiefe von bis zu 3 m aufgegraben; bis in mehr als 6 m Tiefe liegen Substratkenntnisse aus Bohrungen vor.

Rekonstruktion:
Besonders im Mittelalter und im 18. Jh. fand starke Bodenerosion statt. Aufgrund der damals intensiv genutzten Landschaft konnte bei Starkregen der Boden im Einzugsgebiet der Wolfsschlucht und in der Schlucht erodiert und auf dem Schwemmfächer abgelagert werden. Besonders markant ist das stärkste Bodenerosionsereigniss vom Juli 1342. Damals wurden 3900 m³ Boden aus in der Wolffschlucht erodiert. Durch die starke Bodendegradierung mußte der Ackerbau aufgegeben werden und bis zum Ende des 17. Jahrhunderts entwickelte sich unter Wald eine mehr als einen Meter mächtige Braunerde-Parabraunerde.

Mit der Anlage des Töpfergrabens auf der südlichen Seite des Kleinen Tornowsees im Jahre 1670 bezweckte man eine Tieferlegung und Nivellierung des Sees. Auf den dadurch gewonnen Flächen wurde ab 1691 Hopfen am westlichen Seerand und unterhalb der Wolfsschlucht angebaut. Zu dieser Zeit wurde auch das Einzugsgebiet der Wolfssc8 September, 2008 15:00gelmäßig bei Starkregen ein Teil der Hopfenflächen von Sedimenten aus der Wolfsschlucht übersandet wurde. Um dies zu verhindern, wurde ein Graben angelegt, der diagonal von Nordwesten nach Südosten über den Schwemmfächer verlief und Richtung Kleiner Tornowsee entwässerte. Durch die Tieferlegung der Ersosionsbasis schnitt sich rückwärts eine Kerbe vom Graben Richtung Norden in den Schwemmfächer der Wolfsschlucht ein.

Daraufhin musste der Graben regelmäßig von den Sedimenten gereinigt werden, die Starkregen aus der Wolfsschlucht und ihrem Einzugsgebiet eintrugen. Nach mehrfacher, nicht dauerhaft erfolgreicher Reinigung entschloss man sich, den Diagonalgraben und damit zwangsläufig auch den Ackerbau unterhalb des Diagonalgrabens auf dem Schwemmfächer aufzugeben. Ein zweiter Graben wurde parallel der heuten südlichen Stufe des Schwemmfächers angelegt. Der Grabenaushub wurde an der südlichen Seite des Grabens abgelegt, wodurch die heute markante Stufe am Schwemfächerrand entstand. Dieser Graben verlor jedoch ebenfalls seine Wirkung sehr rasch und wurde Ende des 18. Jahrhunderts aufgegeben. Zu dieser Zeit ging der Hopfenanbau sehr stark zurück und das Gebiet der Wolfsschlucht wurde im Auftrag der Gutsbesitzerin "Frau von Friedland" wieder aufgeforstet. Seitdem entwickelt sich auf dem Schwemmfächer unter Wald ein Ranker bzw. eine Parabraunerde.

Kooperation

  • Zentrum für Agrar- und Landnutzungsforschung (ZALF e.V.) Müncheberg
  • Dr. Hans-Joosten, Institut für Botanik und Landschaftsökologie & Botanischer Garten, Universität Greifswald
  • Naturparkverwaltung Naturpark Märkische Schweiz


© Markus Dotterweich, zuetzt aktualisiert am 8 September, 2008 13:23