Landnutzungs- und Bodenerosionsgeschichte bei Wilgartswiesen, Pfäzerwald
Projekt Information
Boden-Sedimentfolgen mit zwei überlagerten Meilerplatten
Exkursion zu den landschaftsgenetischen Grabungen
Projekt Koordination:
Markus Dotterweich
Laufzeit:
06.2008 - 09.2009
Zusammenfassung
Das Forschungsprojekt Wilgartswiesen widmet sich der Erforschung der naturürlichen und anthropogenen Landschaftsentwicklung im Holozän. Im Fokus stehen die langfristigen Wirkungen füherer Bodenerosionsereignisse und deren Rückkopplungsmechanismen auf den Menschen seit Beginn des Ackerbaus.
Hierzu werden an kleineren Seitentälern der Queich Bodenablagerungen und Erosionsformen erkundet und deren Genese mittels landschaftsgenetischen und paläökologischen Analysen (Boden, Relief, Hydrologie, Vegetation, Landnutzung etc.) rekonstruiert. Physikalische Datierungen und paläoökologische Altersschätzungen, die Auswertung von archäologischen Daten und historischen Karten sowie die Analyse von Schrift- und Bildquellen zur Landnutzungs- und Witterungsgeschichte dienen der zeitlichen Einordnung der Prozesse. Diese Ergebnisse bilden die Grundlage für eine zeitlich differenzierte Kalkulation des langfristigen Wasser- und Stoffhaushaltes. Daraus werden qualitative und quantitative Abschätzungen früherer Landnutzungsarten und -intensitäten ermittelt und für verschiedene Landnutzungsszenarien überprüft.
Die ersten Ergebnisse zeigen, dass die ältesten Boden-Sedimentfolgen bereits im Spätglazial (Bølling/Allerød) entstanden sind. Ein menschlicher Eingriff in den Sedimenthaushalt lässt sich dann vermutlich erst wieder in der frühen Neuzeit nachweisen. Rodungen zur Herstellung von Holzkohle ermöglichte massiver Bodenerosion im untersuchten Einzugsgebebiet.
Kooperation
- Dr. Rainer Schreg, Römisch-Germanisches Zentralmuseum Mainz
- Jun.-Prof. Oliver Nelle, Ecology Centre, University of Kiel
- Dr. Siegfried Schloß, Jockrim
- Dr. Jutta Meurers-Balke, Institut für Ur- und Frühgeschichte, Universität Köln
- Damien Ertlen, Faculté de Géographie et d'Aménagement, Universite Louis Pasteur, Strasbourg
