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Technologien im Boden- und Wasserschutz für eine nachhaltige Landschaftsentwicklung

Projekt Informationen

Koordination:
Markus Dotterweich
areal GmbH - Gesellschaft für nachhaltige Wasserwirtschaft
IfaS - Institut für angewandtes Stoffstrommanagement

Studentische Mitarbeiter:
André Daum
Silvia Ohms

Laufzeit:
ab 01.2008

Finanzierung:
- Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz Rheinland-Pfalz
- areal GmbH - Gesellschaft für nachhaltige Wasserwirtschaft
- Palaterra GmbH & Co KG

Zusammenfassung


Die Import- und Exportreduzierung von Stoff- und Energieströmen ist ein wesentlicher Bestandteil bei der Umsetzung nachhaltiger Landnutzungskonzepte. Vor allem die Schließung von Stoffströmen mittels regionalen Kreislaufkonzepten enthält ein hohes Potenzial für die Einsparung von Energie und den Schutz unserer Ressourcen. Besonders wichtig sind jedoch auch gezielte Boden- und Gewässerschutzstrategien. So führt z.B. die Bodenerosion zu einem sehr schwer regenerierbaren Verlust der Bodenfunktionen (Wasserspeicher, Puffer, Filter, Nährstoffspeicher etc.). Desweiteren findet auch ein Export von Stoffen und Energie statt, die nicht mehr weiter genutzt werden können. Eher bereiten sie oft große Probleme indem es zu lokalen Nährstoffbelastungen oder einem verstärkten Auftreten von Hochwasser kommt.

Daher sollen Strategien entwickelt und umgesetzt werden, die langfristig wirksame und nachhaltige Boden- und Gewässerschutzstrategien verfolgen. Besondere Bedeutung erlangen hier Nutzungskonzepte, bei der z.B. Bioabfälle oder andere energetisch hochwertige organische Abprodukte aus der Industrie, der Energieerzeugung (z.B. Biogas) oder der Landwirtschaft energetisch optimal weiterverwertet werden können. Die Herstellung von regional erzeugten hochfruchtbaren und abbauresidenten Humussubstraten aus Bioabfällen oder die Etablierung von bestimmten Landnutzungstechniken (wie z.B. Agroforstsystemen) stehen hierbei im Mittelpunkt. Ebenso sollen Konzepte, die Zero-Emission-Strategien beinhalten, analysiert, weiterentwickelt und in Bezug auf mögliche Umsetzungspotenziale bewertet werden.

Ein besonderes Potenzial bietet die Analyse und Rekonstruktion von prähistorischen und historischen Landnutzungskonzepten, die sich als besonders ressourcenschonend und langfristig tragfähig zeigen . Darunter fallen z.B. das Landnutzungskonzept der Amazonas-Indianer, die im tropischen Regenwald hoch fruchtbare und abbauresistente Böden (Terra Preta do Indio) herstellten (vgl. Glaser 2007) oder das hoch entwickelte Bewässerungssystem der Chagga am Kilimandscharo (Grove 1993). Viele dieser Systeme sind bereits vor vielen Jahrhunderten oder gar Jahrtausenden in Vergessenheit geraten und lassen sich nur mit (geo)archäologischen, (agrar)historischen und landschaftsgenetischen Methoden rekonstruieren. In vielen Fällen wurden diese Systeme erst mit der Einführung der industriellen Landwirtschaft und der Agrochemie, sowie der Etablierung von Cash-Crops im 20. Jh. aufgegeben und sind heute Vergessenheit geraten. Die Wiedernutzbarmachung und Integrierung dieser Systeme in moderne Technologien bieten enorme Möglichkeiten für die Weiterentwicklung nachhaltiger Landnutzungskonzepte in verschiedenen Regionen der Erde.

Zum Auftakt fand am 3. und 4. April 2008 im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit ein Workshop zum Thema "Mittelstandsinitiative des BMU für mehr Innovation und Beschäftigung in Deutschland" statt. Im Rahmen dieses Workshops wurden zentrale Elemente zur Ausarbeitung einer Handlungsempfehlung zu Technologien im Boden- und Wasserschutz, die auf eine nachhaltige Landschaftsentwicklung abzielen, ermittelt und diskutiert. Die Vorträge können hier eingesehen werden.

Die Konzeption und Etablierung nachhaltiger Landnutzungssysteme in verschiedenen Regionen Deutschlands und anderen Gebieten der Erde stellen die weiteren Schritte dar. Besonders im Fokus steht derzeit die wissenschaftliche Begleitung zur Weiterentwicklung der Terra Preta Technologie. Siehe auch www.das-gold-der-erde.de.

Literatur:

Glaser, B., 2007. Prehistorically modified soils of central Amazonia: a model for sustainable agriculture in the twenty-first century. Philosophical Transactions of the Royal Society B 362, 187-196.

Grove, A., 1993. Water use by the Chagga on Kilimanjaro. African Affairs 92, 431-448

 
© Markus Dotterweich, zuetzt aktualisiert am 23 August, 2010 21:14