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Badlandisierung in den Südstaaten der USA (Lafayette County, Mississippi)


Blick in ein Gullysystem wenige Kilometer nördlich von Oxford, MS

Projekt Information


Betonwand, die in den 50er Jahren in einen Gully
eingesetzt wurde


Die Entwicklung einiger Gullysysteme auf einer Farm
südlich von Oxford, Missisippi zwischen 1954 und 1991.
(Aerial pictures: USDA Soil Conservation Service, Field Office Oxford, MS)

Koordination:
Markus Dotterweich

Laufzeit:
Januar bis März 1999
April 2003

Finanzierung:
DFG-Reisemittel DO 1026 1/1 und eigene Finanzierung

Zusammenfassung

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden im Gebiet der Chickasaw-Indianer südlich von Memphis und östlich des Mississippis die ersten größeren Rodungen der Eichen-Koniferen Wälder von weißen Siedlern durchgeführt. Aufgrund der langen Vegetationszeit (zwischen 220 und 225 Tage), einem durchschnittlichen Jahresniederschlag von 1300 mm und den fruchtbaren Lößböden war das Gebiet sehr gut für den Anbau von Mais und Baumwolle geeignet. Durch den Sklavenhandel konnten riesige Baumwollfarmen entstehen.
Die intensive Landnutzung und die häufig auftretenden Starkniederschläge führten jedoch sehr schnell zu intensiver Bodenerosion. Als besonders fatal erwies sich8 September, 2008 15:00r liegenden fluvialen Sande des Coastal Plains. War einmal an einer Stelle die Lößdecke erodiert, schwemmten die Sande sehr leicht weg. Riesige Gullys mit mehreren Kilometern Länge und Tiefen von bis zu 30 Meter entstanden so binnen kürzester Zeit.

Bereits Mitte der 50er Jahre des 19. Jahrhunderts wurde vom staatlichen Geologen die Bodenerosion als ernsthaftes Problem beschrieben. Allerdings wurde das Problem nicht ernsthaft angegangen, da ja Land in "unbegrenzter Menge vorhanden zu sein" schien. Wurde eine Fläche von Bodenerosion zerstört, wurden einfach neue Flächen gerodet. Zum Ende des Bürgerkrieges im Jahre 1865 und dem Verbot des Sklavenhandels änderte sich die Situation. Viele Großfarmen zerbrachen in Kleinere. Allerdings wurde auch weiterhin eine intensive Landwirtschaft betrieben, so dass um 1890 keine Neurodungen mehr möglich waren.
Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts begann man mit ersten Maßnamen die Bodenerosion zu bekämpfen. Um 1920 wurden schließlich auch die ersten systematischen Untersuchungen zur Bekämpfung der Bodenerosion durchgeführt. Im Jahre 1929 werden im Erosionsreport von Lafayette County 50 % als stark erodiert und 30 % der Landoberfläche als vollständig zerstört beschrieben.
In den 40er Jahren begann man mit groß angelegten Maßnamen die Bodenerosion zu bekämpfen. Ein Programm sah vor 335 000 ha aufzuforsten. Bis zum Ende der 50er Jahre wurden 50 Mio Bäume (meist Koniferen) von mehr als 1000 Pflanzern jährlich gepflanzt. Zwischen 1947 und 1982 wurden so insgesamt über 918 Mio Bäume in die Erde gesetzt. Im Bereich der Gullys wurden auch Robinien (Black locust = Robinia pseudoacacia) gepflanzt. Mann wollte dadurch eine Stickstoffanreicherung im Boden erreichen. Im Rahmen von groß angelegten Arbeitsbeschaffungsmaßnamen wurden in den 50er und 60 er Jahren des 20. Jahrhunderts auch zahlreiche Gullys mit riesigen Betonwänden durchzogen.

Als einen besonders viel versprechende Pflanze zum Erosionsschutz erhoffte man sich von der Leguminose Kudzu (Pueraria lobata). Diese schnell wachsende Kletterpflanze, die ursprünglich in Japan beheimatet ist, wurde 1876 in die USA eingeführt. 1930 war der Soil Conservation Service (SCS) für die Verwendung von Kudzu im Erosionsschutz. Zum einem sollte sie den Boden Nährstoffe zuführen und zum anderen sollten die großen Blätter die Bodenoberfläche vor Bodenerosion schützen. Bis in die 40er Jahre bekam man bis zu 40$ pro ha wenn man Kudzu pflanzte. Da die Pflanze jedoch nur eine große Pfahlwurzel besitzt eignet sie sich jedoch nicht zum Schutz vor Bodenerosion durch Oberflächenabfluss. Dies sah man auch bald ein und 1953 stoppte man die Pflanzungen. 1972 wurde Kudzu vom United States of Agriculture (USDA) zum Unkraut erklärt. Dies hielt die weitere Ausbreitung der Pflanze jedoch nicht zurück. Sie windet sich an Strommasten, Leitungen und Bäumen hoch, überdeckt ganze Häuser und ist daher vielerorts zu einem großen Problem geworden. Inzwischen gibt es zahlreiche groß angelegte Maßnamen die Pflanze zu bekämpfen. Man musste sogar feststellen, das Kudzu die Bodenerosion fördert, da sie Bäume zum Absterben bringt oder andere vegetative Erosionsschutzmaßnamen verhindert. Zu Kudzu gibt es zahlreiche Internetseiten. "Love it or hate it" lautet bei Vielen die Devise.

Trotz zahlreicher Erosionsschutzmaßnamen scheint eine Unterbindung der Bodenerosion und eine gleichzeitige ackerbaulich Nutzung im Lafayette County nicht möglich. So schreitet die Badlandisierung dort weiter voran.

Kooperation

  • USDA-ARS-NSL United States Department of Agriculture, Agriculture Research Center, National Sedimentation Laboratory in Oxford, Mississippi (USA)


© Markus Dotterweich, zuetzt aktualisiert am 8 September, 2008 13:50