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Historische Kerbenerosion bei Kazimierz Dolny (SE-Polen)

Projekt Information

Koordination:
Markus Dotterweich
Hans-Rudolf Bork
Anne Schmitt (Doktorantin)

Laufzeit:
2000 bis 2005

Zusammenfassung

Im westlichen Lubliner Hochland liegt das Nałęczow-Plateau, das aus einer bis zu 30 m mächtigen Lößdecke aufgebaut ist und von zahlreichen stark gegliederten Kerbensystemen und Hohlwegsystemen durchzogen ist. Besonders stark ist die Gegend um Kazimierz Dolny – eine Kleinstadt am östlichen Weichselufer – zerschnitten. Die Dichte der dort vorhandenen bis zu 20 m tiefen und oft mehreren km langen Kerben steigt dort bis auf 11 km pro km² an.

Untersucht wurde die Entwicklungsgeschichte eines etwa 300 m langen, bis zu 30 m breiten und ca. 15.500 m³ großen Seitenarmes des Kerbensystems Doly Podmularskie, das am östlichen Ortsrand von Kazimierz Dolny liegt.

Vier Hauptphasen der Kerbenentwicklung konnten rekonstruiert werden:

1. In der frühen Bronzezeit (ca. 1800 v. Chr.) wird das Einzugsgebiet von der Trzciniecka-Kultur besiedelt und landwirtschaftlich genutzt. Zu dieser Zeit kommt es während Starkregenereignissen zu intensiver Kerbenerosion und zur Einschneidung einer bis zu 8 m tiefen sehr steilwandigen Schlucht. Weitere Bodenerosionsereignisse und Hangrutschungen führen zu einer baldigen Wiederverfüllung der Kerbe.
2. Im 11. Jahrhundert kam es erneut intensiven Kerbenreißens. Es schnitt sich eine etwa 2 m tiefe und ebenso breite Kerbe parallel zur urgeschichtlichen Kerbe ein und verfüllte sich relativ bald wieder mit Sedimenten.
3. Erst im 17. Jahrhundert tritt im Untersuchungsgebiet wieder stärkere Kerbenerosion auf. Extreme Niederschläge, vermutlich während der extremen Starkregenereignisse in den Jahren 1633 und 1644, führten zur Einschneidung und zur teilweisen Verfüllung einer bis zu 8 m tiefen und 20 m breiten kastenförmigen Schlucht.
4. Hangrutschungen und weitere Bodenerosionsereignisse ab der Mitte des 19. Jahrhunderts führen zur heutigen Reliefform.

Kooperationspartner:

- Wojciech Zglobicki, Institute of Earth Sciences, Maria Curie-Skaodowska University, Lublin, Poland
- Jan Rodzik, Institute of Earth Sciences, Maria Curie-Skaodowska University, Lublin, Poland

 

© Markus Dotterweich, zuetzt aktualisiert am 8 September, 2008 14:55