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Projektsstudie See Genezareth (Israel)

Projekt Informationen

Koordination:
Markus Dotterweich, Hans-Peter Kuhnen (Institut für Altes Testament und Biblische Archäologie, Univeristät Mainz), Christian Schneider (Institut für Geographie, Universität Leipzig), Katja Cytryn-Silvermann (Institute of Archaeology, Hebrew University of Jerusalem)

Laufzeit:
ab 09.2010 bis 10.2010

Finanzierung:
Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD)

Zusammenfassung


Abb. 1: Das Arbeitsgebiet mit Blick auf den See Genezareth

Ziel der Studienreise und des Geländepraktikums war es, am Nordwestrand des See Genezareth in Israel, geoarchäologische Untersuchungen, im Rahmen eines Geländepraktikums durchzuführen. An der Veranstaltung nahmen aus Deutschland und Israel Studierende der Physischen Geographie, den Umweltwissenschaften und der Archäologie teil. Inhaltlich wird ein besonderer Fokus auf die Rekonstruktion der Landschaftsentwicklung und der landwirtschaftlichen Nutzung (z. B. Feldstrukturen, Bewässerungstechnik, Bodennutzungsformen, etc.) für den Zeitraum zwischen 300 v. Chr. und 1300 n. Chr gelegt. Das Projekt diente zudem als Vorbereitung für ein zukünftiges gemeinsames Forschungs- und Lehrprojekt der teilnehmenden Institutionen. Ziel der Reise ist somit auch, eine dauerhafte Partnerschaft, basierend auf gemeinsame Projekte und regelmäßige deutsch-israelische Exkursionen aufzubauen.


Abb. 2: Aufschlussaufnahme in der Schlossruine Hirbit Minyeh aus der Zeit der Ummayanden

Das hier beschriebene Vorhaben bezieht sich auf den Kleinraum an Nordwestufer des Sees Genezareth zwischen der modernen Stadt Tiberias im Süden und der Einmündung des Jordan östlich von Kefar Nahum – Cafarnaum. Seit der zweiten Hälfte des 19. Jh. hat die archäologisch – topographische Landesforschung rings um den See Genezareth zahlreiche Fundstätten erkundet, mehrere Dutzend davon ausgegraben und näher untersucht, sodass heute praktisch alle archäologischen Epochen des Holozän durch repräsentative Fundorte am See vertreten sind. Hinzu kommen die Höhlen des rund 5 km vom See entfernten Wadi Amud, die mit ihren Urmenschenfunden bis in das Pleistozän zurückreichen. Bei den Ausgrabungen überwogen bis in die 1980er Jahre Forschungsgrabungen verschiedener israelischer und ausländischer Universitäten und vergleichbarer Institutionen, hauptsächlich in Tiberias, Kafarnaum, Magdala und Bet Yerah. Durch die Einführung des Verursacherprinzips im neuen israelischen Denkmalschutzgesetz verlagerte sich der Schwerpunkt der Grabungstätigkeit von Forschungsgrabungen hin zu Rettungsgrabungen, die zulasten der Verursacher gehen. Dies hat zur Folge, dass anstatt weniger gezielt ausgewählter Grabungsstätten jetzt Rettungsgrabungen überall dort im Vordergrund stehen, wo infolge moderner Bautätigkeit Bodenaltertümer im Bestand bedroht sind. Dies sind vor allem die Gebiete in den Neubaugebieten der Stadt Tiberias und am stark zersiedelten Westufer des Sees. Die Studienreise war in einem übergeordneten Forschungsprojekt der Hebrew University of Jerusalem eingebettet, das darauf abzielt, den Wandel der Kulturlandschaft zwischen Hellenismus und frühislamischer Zeit (3. / 2. Jh. v. Chr. – 9. Jh. n.Chr.), durch die integrierte Auswertung archäologisch-historischer und geowissenschaftlicher Quellen zu erforschen. Für das Forschungsprojekt wurden herangezogen:


Abb. 2: Aufschlussaufnahme im Quadi Nahal Zalmon

1. herkömmliche archäologische Befunde aus ca. 15 Grabungsorten innerhalb eines Kleinraums von ca. 100 km ² zwischen dem Nordwestufer des Sees und seinem Hinterland;
2. Ergebnisse verschiedener archäologischer Oberflächenerkundungen, die zur Entdeckung von mehreren Dutzend weiteren Fundstellen zwischen Hellenismus und frühislamischer Zeit geführt haben;
3. gearchäologische Befunde, die durch Prospektionen in Verbindung mit geomorhologischen Bodenuntersuchungen, Bohrungen und geophysikalischer Prospektion gewonnen wurden;
4. Historische Befunde aus den Schriftquellen des betreffenden Zeitraums, vor allem griechisch-römische und frühchristliche Autoren, Talmud und frühislamische Quellen.

Download des Abschlussberichtes (pdf-Datei)

 
© Markus Dotterweich, zuetzt aktualisiert am 15 Januar, 2011 19:24