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Kerbenentwicklung und Landnutzungsgeschichte bei Eußerthal, südlicher Pfälzerwald

Projekt Informationen


Zeitungsbericht der Rheinpfalz zu Voruntersuchungen im
Sommer 2006

Koordination:
Markus Dotterweich

Studentischer Mitarbeiter:
Ina Ottusch
André Daum
Richard Hoffmann

Laufzeit:
01.2007 bis 09.2009

Finanzierung:
Fix-Stiftung Landau

Zusammenfassung

Die Kenntnisse über die Folgen und Wechselwirkungen der früheren Landnutzung auf die langfristigen ökosystemaren Prozesse und den heutigen Landschaftszustand sind heute noch sehr spärlich. Auch für das Gebiet der Vorderpfalz, in dem vermutlich schon seit etwa 7000 Jahren eine landwirtschaftliche Nutzung praktiziert wird, liegen bisher kaum Kenntnisse zur Landnutzungsentwicklung mit ihrer Dynamik und Intensität vor. Dies liegt unter anderem darin begründet, dass in dieser Region die klassischen Landnutzungs- und Paläoarchive (z. B. aus Paläobotanik) weitgehend fehlen oder deren Erkundungen noch ausstehen. Alleine die Ergebnisse archäologischer Untersuchungen bieten bisher einen Einblick in frühere Umweltbedingungen in dieser Region. Allerdings wurden bislang bodenkundliche und geomorphologische Befunde nicht berücksichtigt, da ein Grossteil der archäologischen Grabungen sich auf die alleinige Bergung der Befunde konzentrieren musste. Aus dieser Situation heraus, existieren oft nur sehr spekulative Aussagen zu den kurz- und langfristigen Folgen früherer Landnutzung auf den Boden- und Wasserhaushalt und deren Rückkopplungsmechanismen auf die Folgebewirtschaftung der Flächen. Dieses Wissen kann neben dem allgemeinen umwelt- und landesgeschichtlichen Erkenntnisgewinn auch von sehr großer Bedeutung bei der Entwicklung von historischen und zukünftigen Landnutzungsmodellen und -szenarien sein.
Ziel des Projektes ist es, bei Essingen umweltgeschichtliche Aspekte und deren Rückkopplungsmechanismen auf den Menschen seit Beginn der Landnutzung mit bodenkundlich-feinstratigraphischen Methoden zu ergründen. Im weiteren sollen die Boden- und Reliefveränderungen in einem GIS modelliert und für die letzten 250 Jahre die Landnutzungsveränderungen quantifiziert werden.

Die ersten Ergebnisse zeigen, dass der Beginn der Kerbenerosion bereits im Frühmittelalter eingesetzt hat. Intensive Bodenerosion ist vor allem im Mittelalter und in der Neuzeit zu verzeichnen. Einzelne Phasen lassen sich mit der Siedlungsgeschichte von Eußerthal parallelisieren.

Arbeitsprogramm:

  • Anlage von Baggerschnitten durch das Kerbensystem
  • Aufnahme der rezenten und historischen Boden- und Reliefsituation
  • Aufnahme der hydrologischen Situation (Grundwasserstand, Bodenfeuchte, Bodendichte, Hydromorphologie, Hydropedologie)
  • Bergung der in den Sedimenten und Siedlungsgruben eingebetteten Artefakte
  • Auswertung historischer Schrift- und Bildquellen zur mittelalterlich-neuzeitlichen Landnutzungs- und Witterungsgeschichte
  • Digitalisierung historischer Flurkarten und französischer Landesaufnahmen
  • Auswertung von Sekundärliteratur zur Siedlungs- und Nutzungsgeschichte in der Südpfalz
  • Bodenanalysen (insbesondere Textur und organischer Kohlenstoff)
  • Integration der Daten in ein GIS
  • Räumliche Darstellung der Boden- und Reliefverhältnisse im GIS
  • Quantifizierung der Boden- und Reliefentwicklung im GIS
  • Modellierung der historischen Boden- und Reliefsituation im GIS
  • Verschneidung der Daten mit der archäologischen Befundsituation
  • Diskussion (Abtrag, Modellierung, Prozesse, Auswirkungen, Bedeutung)

Kooperation

  • Dr. Anne Gebhardt (INRAP, Metz)
  • Dr. Julian Wiethold (INRAP, Metz
 
© Markus Dotterweich, zuetzt aktualisiert am 15 Januar, 2011 19:25