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Klima- und Landnutzungsabhängigkeit auf die langfristigen ökosystemaren Prozesse und den heutigen Landschaftszustand an einem Hangeinzugsgebiet bei Essingen, Südpfalz

Projekt Informationen


Unterhangbereich: Kolluvien, fossile Oberböden überlagern die
römischen Siedlunggruben

Koordination:
Markus Dotterweich
Gabriele Schmidtchen (Universität Koblenz-Landau)

Studentischer Mitarbeiter:
David Eslaesser
Christoph Stang
Christoph Klasen

Laufzeit:
05.2006 - 09.2009

Zusammenfassung

Die Kenntnisse über die Folgen und Wechselwirkungen der früheren Landnutzung auf die langfristigen ökosystemaren Prozesse und den heutigen Landschaftszustand sind heute noch sehr spärlich. Auch für das Gebiet der Vorderpfalz, in dem vermutlich schon seit etwa 7000 Jahren eine landwirtschaftliche Nutzung praktiziert wird, liegen bisher kaum Kenntnisse zur Landnutzungsentwicklung mit ihrer Dynamik und Intensität vor. Dies liegt unter anderem darin begründet, dass in dieser Region die klassischen Landnutzungs- und Paläoarchive (z. B. aus Paläobotanik) weitgehend fehlen oder deren Erkundungen noch ausstehen. Alleine die Ergebnisse archäologischer Untersuchungen bieten bisher einen Einblick in frühere Umweltbedingungen in dieser Region. Allerdings wurden bislang bodenkundliche und geomorphologische Befunde nicht berücksichtigt, da ein Grossteil der archäologischen Grabungen sich auf die alleinige Bergung der Befunde konzentrieren musste. Aus dieser Situation heraus, existieren oft nur sehr spekulative Aussagen zu den kurz- und langfristigen Folgen früherer Landnutzung auf den Boden- und Wasserhaushalt und deren Rückkopplungsmechanismen auf die Folgebewirtschaftung der Flächen. Dieses Wissen kann neben dem allgemeinen umwelt- und landesgeschichtlichen Erkenntnisgewinn auch von sehr großer Bedeutung bei der Entwicklung von historischen und zukünftigen Landnutzungsmodellen und -szenarien sein.
Ziel des Projektes ist es, im Bereich der archäologischen Grabung östlich von Essingen, umweltgeschichtliche Aspekte zu den Folgen und Wechselwirkungen der Landnutzung auf die Umwelt und deren Rückkopplungsmechanismen auf den Menschen für die letzten 2000 Jahre mit bodenkundlich-feinstratigraphischen Methoden zu ergründen. Im weiteren sollen die Boden- und Reliefveränderungen in einem GIS modelliert und daraus eine Fundprognosekarte erstellt werden.

Arbeitsprogramm:


Hangeinzugsgebiet Essingen mit Mächtigkeiten der Kolluvien,
Bt-Horizonte und rekonsturierte Befundoberfläche
  • Aufnahme der rezenten Boden- und Reliefsituation im 10 m Raster im Bereich der archäologischen Grabung
  • Aufnahme der rezenten Boden- und Reliefsituation im Bereich der Baugruben südlich der Straße
  • Aufnahme des Hohlwegsystems
  • Aufnahme der hydrologischen Situation (Grundwasserstand, Bodenfeuchte, Bodendichte, Hydromorphologie, Hydropedologie)
  • Bergung der in den Sedimenten und Siedlungsgruben eingebetteten Artefakte
  • Datierung der Artefakte (Klaus Wirth, Mannheim und Andrea Zeeb-Lanz)
  • Auswertung historischer Schrift- und Bildquellen zur mittelalterlich-neuzeitlichen Landnutzungs- und Witterungsgeschichte
  • Auswertung von Sekundärliteratur zur Siedlungs- und Nutzungsgeschichte in der Südpfalz
  • Bodenanalysen (insbesondere Textur und organischer Kohlenstoff)
  • Integration der Daten in ein GIS
  • Räumliche Darstellung der Boden- und Reliefverhältnisse im GIS
  • Quantifizierung der Boden- und Reliefentwicklung im GIS
  • Modellierung der römerzeitlichen Boden- und Reliefsituation im GIS
  • Prozessbasierte Rückwärtsmodellierung der Reliefentwicklung mit dem Modell SEDEM
  • Verschneidung der Daten mit der rezenten archäologischen Befundsituation
  • Erstellung einer Fundprognosekarte
  • Diskussion (Abtrag, Modellierung, Prozesse, Auswirkungen, Bedeutung)

Kooperation

  • Dr. Jana Fries (Landesamt f. Denkmalpflege RLP)
  • Dr. Andrea Zeeb-Lanz (Landesamt f. Denkmalpflege RLP)
  • Dr. Julian Wiethold (INRAP, Metz)
  • Dr. Klaus Wirth (Museen und Archiv Reiss-Engelhorn-Museen)

Literatur

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© Markus Dotterweich, zuetzt aktualisiert am 15 Januar, 2011 19:26