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Dissertation Teilprojekt 3:
Entwicklung des Wolfsgrabens bei Bamberg


Boden-Sedimentfolgen am Kerbensprung im Wolfsgraben

Zusammenfassung

Wenige Kilometer nördlich von Bamberg, am östlichen Rand der Haßberge, sind mehrere schluchtenartige Täler vorzufinden. Diese haben sich während der letzten Kaltzeit in das sandig bis tonige Substrat der triasischen Burgsandsteinschichten bis zu einer Länge von mehreren hundert Metern und einer Tiefe von bis zu 30 Metern eingeschnitten. Starkniederschläge in Verbindung mit intensiver Landnutzung führten in Mittelalter und Neuzeit zu einer Reaktivierung der geomorphodynamischen Prozesse. Boden wurde flächenhaft erosiv verlagert und Kerben rissen ein. Anhand von 17 Bodenaufschlüssen und 30 Bohrungen wurden die, bis zu fünf Meter mächtigen, jungholozänen Ablagerungen, mit feinstratigraphischen, bodenkundlich-sedimentologischen Untersuchungsmethoden analysiert. Durch die Verknüpfung der Ergebnisse mit der Auswertung zeitgenössischer Schrift- und Bildquellen konnten die Auswirkungen der Eingriffe des Menschen auf die Landschaft rekonstruiert werden.
So wurde im 14. Jahrhunderts im dortigen Wolfsgraben eine bis zu fünf Meter tiefe Kerbe gerissen, in der bis zum Ende des 18. Jahrhunderts sukzessive das von den umliegenden Hängen abgetragene Material akkumulierte. In diesem Zeitraum erodierte auf den angrenzenden Hängen im Mittel jährlich mindestens 0,17 Millimeter Boden. Aufgrund der sehr starken räumlichen Nutzungsunterschiede kann davon ausgegangen werden, dass der Abtrag am nördlichen Hang das doppelte dieses Wertes erreichte, während am südlichen Hang die Bodenerosion sehr gering war. Im 19. Jahrhundert durchschnitten mehrere linienhafte Erosionsereignisse erneut die Sedimente im Wolfsgraben. Dabei entstand die rezente, etwa 300 Meter lange Kerbe mit einem Ausraumvolumen von etwa 1100 Kubikmetern. Die durch Bodenerosion verringerte Bodenfruchtbarkeit und die Zerstörung des Zugangsweges durch das neuzeitliche Kerbenreißen haben dazu beigetragen, dass im Bereich des Wolfsgrabens die landwirtschaftliche Nutzung früher als in den benachbarten Tälern aufgegeben worden ist.


© Markus Dotterweich, zuetzt aktualisiert am 8 September, 2008 15:03